​Thailand wir kommen! #2

Part #2: Unser Zwischenseminar der Organisation „Weltsicht“ 

Schon im November hatte ich Hummeln im Hintern und konnte den Tag der Abreise kaum erwarten. Die Vorfreude darauf, unsere FreundInnen wiederzusehen, einige Orte in Thailand erkunden zu können und nicht zuletzt eine Auszeit von unserem Schulalltag zu haben, stieg täglich. So packten wir fleißig, stöberten in unseren Reiseführern und planten unsere ersten Tage in Thailand. Am 08.Dezember war es dann endlich soweit: Los geht’s, ab geht’s, 3 Tage Bangkok!

Unsere Reise dorthin dauerte unglaublich lange, wir waren zudem hundemüde und von dem vielen Warten an der Grenze leicht genervt. Bei unserem Fußmarsch über die Grenze wussten wir jedoch: diese Tour hatte sich schon jetzt gelohnt! Es war schlichtweg beeindruckend und interessant, dass man den (finanziellen) Unterschied zwischen Thailand und Kambodscha noch an der Grenze so stark erkennen kann. 

Froh, endlich in Bangkok angekommen zu sein, nutzten wir die kommenden zwei Tage, um so viel wie möglich von dieser riesigen, lauten und faszinierenden Stadt zu sehen. Eine Großstadt mag nicht jedermanns Sache sein – meine ist es nicht -, aber interessant ist ein Ort, an dem so viele Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen, allemal!

Kurze Zeit später reiste unser geübtes Vierer-Grüppchen weiter zur „Hope for Life-Stiftung“ in Mae Sai, dem Ort, an dem unser 8-tägiges Zwischenseminar stattfinden wird. Mae Sai ist ein ruhiges Städtchen und liegt in einer bergigen Landschaft ganz im Norden Thailands – direkt an der Grenze zu Myanmar. 

Die ersten Tage des Seminars nutzten wir größtenteils, um uns über unsere Erfahrungen, unseren Alltag und unsere Probleme auszutauschen. Mir – und ich denke den meisten aus der Gruppe – hat dies sehr gut getan, denn die Gespräche ermöglichten uns einmal alles auszuspucken was uns auf dem Herzen lag. Während manchen beim Erzählen vor Unzufriedenheit die Tränen kamen, prahlten andere von ihrer ganz wunderbaren Zeit – so hat jeder die bisherigen 6 Monate auf seine ganz eigene Weise erlebt und wahrgenommen. 

Dass unsere Kambodscha-Gruppe die einfachsten Lebensbedingungen hat, wurde uns, sowie der ganzen Seminargruppe, auf jeden Fall schon ziemlich schnell bewusst. Tauschen wollen würden wir allerdings nicht: Es ist und bleibt unser Abenteuer! 

Neben all der inhaltlichen Arbeit wurden wir auf unserem Seminar auch mit mehreren kleinen Ausflügen überrascht: Auf einer kleinen Wanderung erkundeten wir mehrere Bergdörfer, fuhren stehend auf der Stoßstange eines Taxis mehrere Stunden durch die Berge, besuchten eine lokale Kaffeeplantage und erholten uns an einem versteckten Badesee. 

Eine Taxifahrt der ganz anderen Art: aufregend und anstrengend 😊

Ich freue mich schon aufs Rückkehrerseminar mit euch!

Danke für die schönen Tage, meine Liebsten ♡

An Hannes und Simon, sowie an alle anwesenden Freiwilligen: Danke, dass ihr diese 8 Tage für mich so schön gemacht habt. Ich habe die Zeit sehr genossen und mir wurde mal wieder bewusst: das Schönste an einer Reise, sind wohl immer die Menschen, mit denen man sie erlebt!

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Ich melde mich zurück! #1

Hallo an alle, die meinen Blog trotz des langen Schweigens noch verfolgen 😊

Daran, dass ich mich nun schon seit Oktober nicht mehr zu Wort gemeldet habe, kann man erkennen, wie schnell drei Monate vorüberziehen können. Tatsächlich ist seitdem viel passiert: unser Zwischenseminar der Organisation „Weltsicht“ hat stattgefunden, wir hatten die Chance das „Wasserfestival“ in Kambodscha mitzuerleben, ich habe Besuch aus Deutschland sowie aus England bekommen und nicht zuletzt wurde Trump leider tatsächlich zum neuen Präsidenten der USA vereidigt. 

Es wird wohl kaum möglich sein, das alles ausführlich wiederzugeben, aber ich werde versuchen euch einige Eindrücke des Erlebten zu schildern, denn vieles ist für mich so bedeutend, dass ich es in Zukunft kaum vergessen werde.

Part #1: Fange ich mit einem Thema an, das sich für mich am einfachsten beschreiben lässt: dem Schulalltag. 

Insgesamt würde ich diesen wohl mit den Worten „alles beim alten“ zusammenfassen. Wäre da nicht die Tatsache, dass Klasse 4 und Klasse 6 gerade mitten in die Hauptphase der Pubertät geraten und uns das ‚Lehrer sein‘ dadurch um einiges schwieriger machen. Vor meiner Ankunft in Kambodscha war ich mir zwar sicher, dass das Unterrichten eine Herausforderung werden kann, aber dass meine recht trainierte Stimme dank mancher SchülerInnen tatsächlich den Geist aufgibt, hätte ich dann doch nicht erwartet. Darüber hinaus war ich mir auch nicht bewusst, wie schwierig es sein kann, die richtige Balance zwischen „cooler Kumpel“ und „strenge Lehrerin“ zu finden. Dass man sich zum Teil so unbeliebt macht, weil man den SchülerInnen etwas beibringen und nicht nur Fußballspielen möhte, lässt mich das ein oder andere Mal doch recht traurig werden. 

Nach 6 Monaten in Kambodscha scheine ich zu begreifen, wie die LehrerInnen meiner Schule sich das ein oder andere Mal gefühlt haben müssen. Allerdings wage ich zu behaupten, dass der Großteil der SchülerInnen meiner Schule doch um einiges disziplinierter sind als viele der SchülerInnen hier.

Während meiner Zeit in der LandesschülerInnenvertretung habe ich mich immer wieder gegen unser Notensystem in Deutschland ausgesprochen – nun sitze ich fast täglich hier und wünsche es mir an dieser Schule sehnlichst. 

Ist es tatsächlich die Benotung, die Kinder Dinge lernen und ausprobieren lässt, von denen sie davon ausgehen, dass es ihnen keinen Spaß macht? Denn ganz nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“, bewegen sich viele Kinder hier gar nicht erst vom Fleck, wenn sie auf etwas keine Lust haben.

Manches Mal bin ich unserem deutschen System dankbar, durch das ich mich in der Schule gezwungen sah so vieles auszuprobieren. So viel zu lernen, was ich damals als uninteressant empfand. Denn hier in Kambodscha realisiere ich, wie viel ich aus meiner Schulzeit mitgenommen habe. Ja ich wünschte mir jetzt sogar ich hätte noch viel besser aufgepasst, wenn Frau Müller uns in Geschichte einen Vortrag hielt, oder wenn Frau Neuss uns Französisch-Vokabeln lernen lies. Wer hätte das gedacht? Ich nicht!

Jeden Morgen zaubert ihr mir ein Lächeln ins Gesicht.. 😊❤

Alles in allem versuche ich besonders an den Stunden festzuhalten, die mir und den Kindern Spaß gemacht und mir ein erfüllendes Gefühl gegeben haben. An frustrierenden oder öden Tagen rufe ich sie dann wieder in mein Gedächtnis, um mir für die kommende Zeit Energie und Motivation zu spenden! 😊👏

Vielen Dank an Shirin für die Fotos – und vielen Dank an diese schöne Schwimmstunde mit euch, Klasse 2.3!

Um euch nicht zu sehr mit Informationen und Texten zu überhäufen, folgt #2 dieses Blogeintrags erst die kommenden Tage. 

Danke fürs Lesen und alles Liebe in die Heimat. Bis bald!👋

Unser Leben in Tonle Bati

Hallo an euch Alle! 🙂

Unser Alltag hier in Tonle Bati nimmt seinen Lauf und so kommt es, dass ich schon seit einiger Zeit nicht mehr von meinen Erlebnissen berichtet habe. Ich werde versuchen die letzten vier Wochen kompakt zusammenzufassen und euch wenn möglich einen kleinen Einblick darin zu geben, wie unser Alltag aussieht, wenn wir mal nicht auf Reisen sind!

Nach circa 9 Stunden Schlaf quälen wir uns morgens meist gegen viertel vor 6 aus den Betten, nehmen eine kalte Dusche und frühstücken anschließend gemeinsam in unserem Aufenthaltsraum. Gemeinsam bedeutet Moritz, Inga und ich – der Rest schläft meistens noch etwas länger und gesellt sich erst später zu uns. Es gibt eine Tasse Kaffee, Toast mit Erdnussbutter und wenn wir Glück haben noch eine leckere Banane oder Schokoladencreme. (Letzteres jedoch nur selten, denn ein Glas Nutella bspw. kostet hier in Kambodscha, wie schonmal erwähnt, um die 12 Dollar!) Sind wir gestärkt wird entweder noch eine Runde gespielt, oder es werden direkt die letzten Vorbereitungen für den Unterricht getroffen. Die letzten zwei Monate unterrichtete ich hauptsächlich drei Klassen: Klasse 1.1 in Englisch, Klasse 4 in Englisch und Schwimmen und Klasse 6 ebenfalls in Englisch. Die 1.1er sind im Schnitt um die 6 Jahre alt, sprechen so gut wie garkein Englisch und sind unglaublich anstrengend. Die SchülerInnen der Klasse 4 sind zwischen 10 und 13 Jahre alt, sprechen schon um einiges besser Englisch (zumindest einige unter ihnen) und sind dazu noch recht gute Schwimmer! Klasse 6 besteht nur aus 8 Schülern, die auch die Ältesten der Schule sind, nämlich um die 16 Jahre. Die Hälfte von ihnen spricht hervorragendes Englisch und die andere Hälfte kann leider gerade mal die Basics, was das Unterrichten etwas schwierig machen kann. Grundsätzlich macht mir vor allem der Unterricht mit den 4ern und 6er sehr viel Spaß: im Schwimmunterricht trainieren wir zurzeit Brust und Kraul,  in Englisch singen wir Lieder, schreiben kurze Texte, gestalten ein Comic und schauen auch den ein oder anderen Film – selbstverständlich auf Englisch und nur mit englischem Untertitel! Grundsätzlich sind die Schüler manchmal etwas unmotiviert und da es an unserer Schule, anders als in Deutschland, kein Notensystem gibt, ist es schwierig sie zum mitmachen zu motivieren. Aber wir geben unser Bestes!

Besonders zu Klasse 6, da sie schon älter sind und ihr Englisch recht gut ist, haben wir Freiwilligen fast alle eine ziemlich gute Beziehung. Eine meiner LieblingsschülerInnen, ihr Name ist Panha, hat uns vor einigen Wochen zu einer Familienfeier eingeladen und so sind wir ganz spontan auf der Geburtstagsfeier eines Schülers aus Klasse 3 gelandet. Zu Panha gibt es meiner Meinung nur eins zu sagen: eine Schülerin, die in den Pausenzeiten nach Hause sprintet, um sich um die Rinder zu kümmern, die morgens früh vor der Schule schon Mais verkauft, um die Familie über Wasser zu halten und trotzdem jeden Tag mit einem breiten Grinsen und motiviert in die Schule kommt – sie und viele andere aus unserer Schule, verdienen wirklich jeden Cent und jede Chance auf Bildung! 

Moritz, Inga, Theresa und ich wurden mit dem Moped an der Schule abgeholt und zu dem Haus der Familie gebracht.Wir vier Lehrer waren die einzigen Westler auf dieser Feier und damit wohl fast die größte Attraktion! Für die beiden Geburtstagskinder wurde erst kräftig gesungen, dann durften sie Kerzen ausblasen und nachdem alles tausendmal fotografiert worden war, durften alle von den zuckersüßen Geburtstagstorten naschen – wir natürlich als allererstes. Anschließend wurde die Feier nach draußen verlagert und es wurde ein riesiges Abendessen aufgetischt und tatsächlich hat Panha daran gedacht, dass ich Vegetarierin bin und ohne dass ich damit gerechnet hatte gab es einen eigenen riesigen Teller nur für mich!

Da ist sie, Panha aus Klasse 6 🙂

Der Abend war wahnsinnig schön und es war eine tolle Erfahrung so eine ganz private und traditionelle Feier miterleben zu dürfen.

Montags bis Freitags passiert normalerweise jedoch nicht ganz so viel: wir unterrichten, essen gemeinsam, bereiten den Unterricht für den nächsten Tag vor und abends geht es nach mindestens einer Runde „Wizard“oder „Dame unter 10“ schon ziemlich früh wieder ins Bett. Die letzten zwei Wochenenden haben Moritz, Inga, Janine und ich hier in Tonle Bati verbracht. Da am Wochenende auf dem Schulgelände so gut wie nichts los ist und auch der Ort ein gutes Stück entfernt liegt, sind die Wochenenden hier sehr ruhig und erholsam. Wir verbringen meist viel Zeit am Pool oder am See und widmen uns den Dingen, die unter der Woche etwas auf der Strecke geblieben sind: wir räumen auf, putzen und waschen unsere Klamotten. Abends spielen wir viel oder schauen alle zusammen mal einen Film. Da Janine sehr gut malen kann, ist sie zuständig für die Gestaltung der Mülleimer-behälter, die neu gebaut wurden. Die letzten beiden Wochenenden haben wir daraus ein Gemeinschaftsprojekt gemacht und Janine fleißig beim bemalen der Wände geholfen. Den ein oder anderen Sonnenbrand mussten wir in Kauf nehmen, aber die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen:

DANKE JANINE! 👏

Letztes Wochenende hatte der Sohn unserer Köchin, deren Familie auch hier mit uns auf dem Gelände lebt, Geburtstag. Wir durften an der kleinen Familienfeier teilnehmen und auch ein Stück von der leckeren Geburtstagskarte futtern. Heng, so heißt der jetzt dreijährige Knirps, ist mit Abstand das süßeste Kind, dass wir bisher kennengelernt haben! 

Ab morgen wird sich jedoch zumindest unser Schulalltag um einiges verändern: Da ein neues Schuljahr beginnt, gibt es neue Stundenpläne, längere Unterrichtszeiten und auch das ein oder andere neue Fach. Zum Abschluss des vergangenen Jahres wurden die Schüler heute noch einmal gebührend gefeiert! Wir Freiwilligen organisierten mehrere Stationen, an denen die Kinder rätseln und singen durften, sich auspowern konnten oder Geschicklichkeit beweisen mussten. Nach der Mittagspause gab es ein großes gemeinsames Picknick, bevor alle Schüler und Schülerinnen klassenweise auf Musik zu einer Abschlusszeremonie im Skatepark einliefen. Hier wurden sie mit kleinen Medaillen und den neuen Klassenschildern ausgestattet und zuletzt sangen wir alle gemeinsam das Schullied. 

Mein Lieblingsschüler, aus der 1.3 🙂

Jetzt fallen wir erschöpft und zufrieden ins Bett und sind gespannt, wie das neue Schuljahr morgen starten wird. Ich berichte demnächst, alles Liebe und bis bald :)👋

Auf den Spuren von Angkor 👣

Überraschender- aber auch glücklicherweise gibt es diesmal erneut von einem schönen Urlaub zu berichten. Vorletzte Woche Freitag verkündete unsere Schulleiterin in unserem wöchentlichen Meeting ganz spontan, dass es aufgrund des „P’chum Ben“, dem „Festival der Toten“, für alle eine Woche Ferien gibt. Für Moritz, Inga und mich war direkt klar, wohin die Reise geht: zu dem Ort, weshalb es wohl die meisten Leute nach Kambodscha verschlägt – Auf nach Angkor Wat!         So wurde der Lonely Planet rausgekramt und die nächsten Tage ganz eifrig gelesen und überlegt, wie wir in einer Woche möglichst viel von der Gegend rund um Angkor mitnehmen können.

4 Tage darauf, machten sich drei Abenteuerlustige nach der Schule auf nach Phnom Penh, um von dort aus einen Bus nach Battambang zu nehmen. Sechs lange, aber auch abenteuerliche Stunden haben wir daraufhin am nächsten Morgen im Bus verbracht. Es war zum einen schön, beim Fahren Dörfer und Landschaft zu betrachten und zum anderen interessant, das Verhalten der vielen Einheimischen, die ebenfalls mit dem Bus Richtung Heimat unterwegs waren, zu beobachten.

Battambang hat uns alles in Allem überaus gut gefallen. Die Kleinstadt ist sehr viel ruhiger als Phnom Penh, die Leute noch etwas netter und gelassener und der kleine Fluss, der durch die Stadt fließt,  gibt ihr nochmal besonders viel Charme. Darüber hinaus hatte unser schönes und sehr zentrales Hotel auch noch einen Whirlpool auf dem Dach, der uns direkt nach unserer Ankunft natürlich zum Erholen einlud! 😉

Dank TripAdvisor fanden wir ein kleines, unglaublich süßes Restaurant, in dem man sich für 3$ an einem Frühstücksbuffet sattessen durfte: es gab frischgebackene Brötchen, Obst aus eigenem Anbau, selbstgemachte Marmelade, Joghurt und Ei in allen verschiedenen Varianten. Mit kugelrunden Bäuchen und einem breiten Grinsen im Gesicht verließen wir erst 3 Stunden später das Café und besichtigten weitere Ecken von Battambang.

Dieses Café empfehlen wir jedem! Besteck, Teller und Schüsseln sind übrigens alle aus Holz geschnitzt 🙂

Unter anderem machten wir uns auf zu der bekanntesten Attraktion in Battambang: dem Bamboo train! Auf einem Bambuszug kann man hier 20 Minuten durch die Landschaft brettern und nach einem kurzen Stopp in einem abgelegenen Dörfchen, geht es die selbe Strecke wieder zurück. Der Zug fährt viel schneller, als wir es erwartet hatten, sodass es uns tatsächlich ein bißchen das Gefühl von Achterbahnfahren gab! Kommt einem ein anderer „Wagon“ entgegen, muss der Wagon mit weniger Personen an Board schnell abgebaut und von den Gleisen genommen werden. Ist wieder freie Bahn, wird wieder aufgebaut und weiter gehts. Für jeden, den es mal nach Battambang zieht: diese Fahrt zu machen lohnt sich. Sie ist wunderschön und macht Spaß! 

Bamboo-Train!

Noch am selben Tag besorgten wir uns Karten, um uns eine Vorstellung des Zirkus „Phare Ponleu Selpak“ anzusehen. Der Zirkus gehört zu einer Artistenschule in Battambang und die Darsteller haben wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Insgesamt war es eine Mischung aus einer Comedy-show, Theater und dem klassischen Zirkus, wie wir ihn kennen. Dieser Abend war definitiv ein weiteres Highlight unserer Reise.

Zirkus in Battabang.

Am dritten Tag unseres Urlaubs ging es früh morgens, mit unseren Backpacks auf dem Rücken, zur nahegelegenen Bootsanlegestelle. Auch wir wollten dem Geheimtipp unter Touristen folgen und mit dem Boot von Battambang nach Siem Reap fahren. Die 7 stündige Bootsfahrt erwies sich nicht nur als wunderschön, sondern auch als unglaublich spannend. Mit 30 Leuten und einigen Kilos an Gepäck machten wir es uns also so gut es ging auf dem Boot bequem, das vermutlich nur für höchstens 15 Personen ausgelegt war.

Diese Bootstour schenkte uns einen tiefen Einblick in das „wahre Kambodscha“- mit all seinen schönen, aber auch erschreckenden Seiten. Familien mit Babys, die unter ärmsten Verhältnissen leben, Wellblechhütten, die durch den Regen komplett unter Wasser stehen und Kinder, die harte landwirtschaftliche Arbeit machen und denen das Lachen trotzallem nicht vergeht. Mir persönlich hat all das wiedereinmal gezeigt, wie wunderschön dieses Land ist, indem ich ein Jahr leben darf! 

Gerade erst angekommen in Siem Reap merkten wir gleich, dass diese Stadt nicht dem Kambodscha entspricht, dass wir bisher kennenlernen durften: Fahrbahnmarkierungen, Straßenschilder, Ampeln – all diese sonderbaren Dinge sind hier eindeutig dem Tourismus geschuldet. Der Nachtmarkt und die Pubstreet waren trotzdem auf jeden Fall ein Erlebnis wert! Und nicht zu vergessen die vielen Fruitshakes und Crêpes, die man dort für einen Dollar kaufen kann.

In Siem Reap verbrachten wir insgesamt vier Tage. Am ersten Tag wurde eifrig zu Fuß  (das ist hier äußerst unüblich, weil Kambodschaner nicht laufen,sondern Moped oder Tuktuk fahren!) durch die Stadt marschiert und alle lokalen Sehenswürdigkeiten besichtigt. Da es in Siem Reap selbst jedoch, abgesehen von Angkor Wat, nicht viel zu sehen gibt, legten wir einen erholsamen Urlaubstag ein: Schlaf nachholen, Essen, am Pool liegen, Schwimmen und Karten spielen!

Diese ruhigen Stunden taten uns auch gut, denn schließlich stand am nächsten Tag etwas sehr viel anstrengenderes auf dem Programm: wir werden mit dem Mountainbike Angkor erkunden! 45 Kilometer erwarteten uns und los ging es schon morgens früh um 04:10 Uhr, um den Sonnenaufgang vor dem Haupttempel Angkor Wat auch ja nicht zu verpassen. Und wie ihr sehen könnt, auch wenn der Sonnenaufgang nicht allzu aufregend war, hat es sich gelohnt:

Sonnenaufgang vor Angkor Wat.

Angkor selbst war wirklich beeindruckend. Das ganze Gebiet und die einzelnen Tempelstädte sind noch viel größer, als wir es uns vorgestellt hatten. Wir fragen uns immernoch, wie Menschen es vor einem Jahrtausend schaffen konnten, diese riesigen Tempel zu bauen – ganz ohne Kräne oder anderer neumodischen Hilfsmittel. Schließlich wiegen einige der riesigen Steine bis zu 16 Tonnen. Unser Guide, der uns mit dem Mountainbike begleitete, konnte uns auch zwei Urwaldtempel zeigen, die wir ganz ohne weitere Besucher bestaunen konnten.  Ein kleiner Nachteil war jedoch, dass wir uns aufgrund der gebuchten und durchgeplanten Tour an manchen Orten nicht ganz so viel Zeit lassen konnten, wie wir es ohne Tour eventuell gemacht hätten. Trotzdem war es aufregend und es hat Spaß gemacht! ☺

Ein Foto zeigt natürlich immer nur so viel, wie ein Foto zeigen kann. Aber ich versuche trotzdem euch einen kleinen Eindruck von unserem Tag in Angkor zu geben:

Einer der beiden versteckteren Tempel.

Zum Glück haben wir drei – sogar ich, als ungeübte Fahrradfahrerin – die Tour heil überstanden. Mit Bärenhunger und ganz schön erschöpft dank der Hitze, sind wir nachmittags wieder in unser Hotel zurückgekehrt. 

Ein Hoch auf uns!

Am letzten Tag wurde gewaschen, gepackt, nochmal gebadet, ein wenig eingekauft und in den kleinen Seitensträßchen von Siem Reap lecker zu abend gegessen, bevor es mit dem Bus wieder zurück nach Phnom Penh ging.

Es war ein toller Urlaub und ich bin dankbar zwei solch gute Reisekumpanen dabei zu haben! 💛  

PS: Diejenigen unter euch, die nicht sowieso schon genug vom ganzen Lesen haben, dürfen sich gerne nochmal meinen etwas anderen Zwischenbericht für unsere Organisation antun: zwischenbericht-Kambodscha

Koh Rong 🌴🌊

Dieses Mal gibt es wieder von einem schönen und spannenden Ausflug zu berichten. 

Um Moritz‘ 19.Geburtstag gemeinsam zu feiern, sind Lenny, Inga, Moritz und ich letztes Wochenende an die Küste gereist. Durch unsere hervorragenden Überredungskünste schafften wir es tatsächlich unsere Schulleiterin zu überzeugen, uns den Freitag (Moritz‘ Geburtstag) freizugeben, um dort ein verlängertes Wochenende verbringen zu können. Janine wurde leider kurz vorher krank und konnte uns dann nicht, wie geplant, begleiten.

Für Moritz sollte das ganze Wochenende eine Überraschung werden: er war fest in dem Glauben, dass wir drei Tage in Sihanoukville, einer bekannten Hafenstadt, verbringen. Inga und ich haben uns das jedoch anders überlegt und ein Geburtstagswochenende der besonderen Art geplant!

Donnerstag nach der Schule fuhren wir im Schulbus mit nach Phnom Penh, um von dort einen Nachtbus nach Sihanoukville zu nehmen. Nachdem wir um Mitternacht, am Ufer des Tonle Sap, ein Geburtstagsständchen für Moritz geträllert hatten, machten wir es uns gegen 01:15 im Bus bequem und freuten uns auf eine circa 4 1/2-stündige Busfahrt. Ziemlich erschöpft und hungrig kamen wir um halb 6 morgens in Sihanoukville an und mussten Moritz erstmal erklären, dass es seltsamerweise doch nicht in die mit ihm gebuchte Unterkunft geht. So wurde in aller Früh in einer komplett leblosen Statt zwei Stunden am Strand gelümmelt, bevor Moritz in einem Café ein leckeres Geburtstagsfrühstück genießen durfte:

French Toast with bananas, chocolate and maple sirup. Yammie!

Heimlich hatten wir uns zuvor um Fährkarten gekümmert, sodass wir nach dem Frühstück von einem Mitarbeiter abgeholt und mit einem Shuttlebus zum Hafen gebracht wurden. Dies war der Moment an dem Moritz realisierte: Statt Sihanoukville geht es jetzt wohl ab auf eine Insel! 🐳🌞

Die Speed-Ferry war jedoch eine gute Stunde verspätet und anschließend hat uns die Überfahrt aufgrund der stürmischen See, dank eines kräftigen Gewitters, statt 45 Minuten eineinhalb Stunden gekostet. Macht aber nichts, denn dann hieß es erstmal: Herzlich Willkommen auf Koh Rong! 

Palmen, blaues Wasser und strahlender Sonnenschein – so stellt man sich einen Besuch auf Koh Rong wohl normalerweise vor. Aber wie heißt es so schön: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Vorallem in der Regenzeit 😉 

Als Hauptgeschenk hatten wir für Freitag eine private Ganztagsbootstour, samt Schorcheln, Fischen, Verpflegung und dem Besuch in einem kleinen Fischerdorf, gebucht. Da wir jedoch leider viel später als gedacht auf der Insel ankamen und es noch dazu wie aus Eimern schüttete, mussten wir die geplante Bootstour auf Samstag verschieben. Adam, bei dem wir die Tour gebucht hatten, hat uns dafür den ganzen Freitagnachmittag eine private Inselrundführung gegeben und uns jede noch so versteckte Ecke und einige nette Lokale und Bars gezeigt. 

Ausruhen an einem eher abseitsgelegenen Strand namens „Police Beach“, im leichten Nieselregen!

Trotz allen Planänderungen hatten wir einen schönen, wenn auch unglaublich verregneten Tag. Übernachtet haben wir in einem der „Paradise Bungalows“ direkt am Meer: den ganzen Tag hört man das Meer rauschen, Affen kommen zu Besuch, in der Hoffnung etwas Essbares zu finden und man kann rund um die Uhr in einer Hängematte liegend, den Ausblick auf weißen Sand und türkisfarbenes Wasser genießen. Das ist sogar im Regen schön!

Bungalow mit Freiluftdusche!

Am nächsten Morgen gegen 10 Uhr stand nach einem leckeren Frühstück im „Rising sun“ dann endlich die geplante Bootstour an. Da der Ausflug auf Samstag verschoben werden musste, waren wir nicht mehr nur unter uns, sondern wurden von drei weiteren Personen aus Italien, Canada und England begleitet, mit denen wir uns aber sehr gut verstanden haben! Das Wetter war auch an diesem Tag entgegen unserer Hoffnung nicht viel besser, aber es ist zumindest ab nachmittags trocken geblieben. Aufgrund einer starken Infektion an meinem Bein, musste ich auf Schwimmen und Schnorcheln leider verzichten, habe die Zeit auf dem Boot jedoch trotzdem genossen und den anderen teilweise sehr belustigt zugeschaut. Adam hat alle über die wichtigsten Regeln aufgeklärt („What you do not know, do not touch!“) und dann gings für die meisten auch bald schon ins Wasser.

Go on an adventure with „Adventure Adam“ 👈🎉

Mittags besuchten wir ein abgelegenes Fischerdörfchen, dass wir uns mit Adam anschauen durften und direkt im Anschluss dort zu Mittag aßen. Es wurden Gemüse- und Fleischspiesse gegrillt, dazu gab es Reis und eine vegetarische Suppe. Zurück an Deck haben die Männer gefischt und sogar den ein oder anderen Fisch ergattern können. Gegen halb 5 legten wir eine verspätete Mittagspause an einer einsamen Bucht ein und während ich auf dem Boot ein wenig schlief, spielte der Rest der Mannschaft Frisbee im Wasser. Zu guter Letzt kam der krönende Abschluss: als die Sonne schon untergegangen und es ohne Licht von unserem Boot wirklich stockdunkel war, mussten alle nochmal mit Schnorchelausrüstung ins Wasser hüpfen. Vor allem die Gegend rund um Kambodscha’s Inseln ist für jede Menge biolumineszierendes Plankton bekannt: Bewegt man sich bei Dunkelheit im Wasser, fängt es also plötzlich überall um dich herum an zu leuchten. Und obwohl ich mit meinen Beinen nicht ins Wasser konnte, ermöglichte Adam es mir mit ein paar kleinen Tricks das Spektakel auch sehen zu können: aus dem Boot gelehnt, mit meinem Kopf unter Wasser, wurde wild vor mir herumgewedelt (Danke Inga!) und überall begann es zu leuchten 🙂 Faszinierend und wunderschön, das empfehlen wir jedem! 

Zurück auf Koh Rong hat jeder von uns eine leckere Steinofenpizza verdrückt, bevor wir den Abend in der „Skybar“ ausklingen ließen. Am nächsten Morgen haben wir etwas länger geschlafen, ausgecheckt, gefrühstückt, einige wenige erste Sonnenstrahlen zu Gesicht bekommen und dann ging es mit der Fähre auch leider schon wieder zurück nach Sihanoukville. Von dort brachte uns der Nachtbus erneut nach Phnom Penh, wo wir die Nacht von Sonntag auf Montag im „Top Banana-Hostel“ schliefen und am nächsten morgen um 7 Uhr wieder mit dem Schulbus nach Tonle Bati fuhren. 
Alles in allem hat uns Koh Rong super gefallen und Moritz hatte ein wunderschönes Geburtstagswochenende (seine Worte!) 💛

Wir kommen definitiv wieder. Bis dahin: Auf Wiedersehen 👋

PS: Zur Information an all die, die vorhaben mal Urlaub auf Koh Rong oder Koh Rong Saloem zu machen: grundsätzlich gibt es keine Geldautomaten auf den Inseln. Geld kann man sich demnach wenn dann nur bei Gästhäusern auszahlen lassen, hier zahlt man jedoch eine saftige Gebühr von 10 Prozent. Deshalb empfehlen wir immer genug Geld mitzunehmen, wenn es auf eine Insel geht! 

Bye bye, summer school! 👋

Wie ihr bereits wisst, hat den letzten Monat über die sogenannte „Summer school“ stattgefunden. Hier liegt der Fokus hauptsächlich auf Sport und Kreativität, weshalb Fächer wie Schwimmen, Musik, Kunst und Kochen in dem Stundenplan der Summer school stark dominieren. Jeder von uns war gezwungen alle Fächer zu unterrichten, auch solche, die einem persönlich vielleicht eher weniger liegen: ich habe also tatsächlich mehrere Klassen in Musik unterrichtet! Auch, wenn ich das ein oder andere Mal gerne im Boden versunken wäre, (beispielsweise dann, wenn die Kinder mich mal wieder wegen meines hervorragenden Gesanges auslachten), war es für uns alle eine neue und spannende Erfahrung.

Darüber hinaus haben wir, die Freiwilligen, jeden Freitag einen sogenannten „Drop down-day“ organisiert. Nachmittags hatten die SchülerInnen also keinen Unterricht, sondern durften sich auf ein abwechslungsreiches, circa dreistündiges Programm freuen! 🎉Insgesamt sind es um die 60-70 Kinder, die wir an diesen Nachmittagen unterhalten müssen.

Am Ende der ersten Woche der Summer school fand eine große Schulolympiade statt, die „Seametrey olympics 2016“. Hier durften die Kinder an verschiedenen Stationen zeigen, welche Disziplinen ihnen besonders liegen: von Weitsprung und Geschicklichkeitsübungen über Kokonuss-Abwerfen und Basketball, bis hin zum Wettschwimmen und Sprinten war alles gefragt. 

In gemischten Teams durften die SchülerInnen je ein Land vertreten und somit gegen ihre Gegner antreten. Mein Team (Frankreich), landete zwar leider nur auf dem 5.Platz, aber wir hatten trotzdem eine Menge Spaß!  ☺

Seametrey olympics 2016

In der zweiten Woche organisierten wir eine Schatzsuche. Auch hier wurden die Kinder in Teams aufgeteilt und mussten dann an mehreren Stationen verschiedene Aufgaben meistern, um einen Hinweis darauf zu bekommen, wo der Schatz zu finden ist. So wurde fleißig gesucht und letztenendes hat das Gewinnerteam seinen Süßigkeiten-Schatz trotzdem mit allen anwesenden Schülern geteilt. Diese beiden „Drop down – days“ haben wir noch gemeinsam mit den 5 Engländerinnen geplant und durchgeführt: noch einmal vielen Dank, es war lustig mit euch! 🙂

Alle Freiwilligen auf einem Haufen und nicht zu vergessen: Teacher Yan (ganz links)!

Der dritte Drop down-day ist dann das erste Mal einzig und allein auf unserem Mist gewachsen. Die Kinder hatten die Wahl, ob sie an einem großen Fußballtunier teilnehmen möchten, oder ob sie stattdessen einen Tanz-Workshop bei mir belegen. So habe ich letztendlich mit circa 30 Kindern den Flashmob-Tanz auf „Happy“ von Pharell Williams und einen Michael Jackson- Partytanz einstudiert. Auch das hat Spaß gemacht und gut geklappt, aber wir mussten mehrere Pausen einlegen, da das Tanzen in der prallen Sonne hier doch sehr anstrengend ist 🌞

Tanz auf „Happy“ von Pharell Williams. An dieser Stelle herzlichen Dank an Lenny für die beiden Fotos! ☺

Zu Beginn jedes Drop down-days kommen alle Schüler auf dem Basketballplatz zusammen und werden dort von unserer Schulleiterin – wenn sie da ist – oder einem Lehrer begrüßt. Letzte Woche Freitag habe ich diese Begrüßung übernommen und ihnen im Anschluss direkt das Programm vorgestellt. 

Die Kinder wurden erneut von uns in sieben Teams eingeteilt und durften dann zu sieben verschiedenen Stationen gehen. Das muss vorher natürlich genau eingeteilt und organisiert werden, damit sich nicht zwei Gruppen gleichzeitig bei der selben Station aufhalten (Danke Inga 👏). 

💛

Es gab eine Kunststation, eine Basketballstation, eine Kurzspielstation, eine Fußballstation, eine Tanzstation, eine Schwimmstation und zuletzt noch eine Akrobatik-Station. Dieses Mal ging es jedoch nicht darum, einen Gewinner zu küren, sondern lediglich um Spiel um Spaß! 

Pyramide-bauen bei der Akrobatikstation, zusammen mit Johanna (aus Österreich) und Lehrer Touk ☺

Aus verschiedenen Gründen musste die Summer school leider frühzeitig beendet werden. Seit Montag findet deshalb nun wieder die normale Schule statt, mit viel mehr Englischunterricht und einer deutlich höheren Stundenanzahl insgesamt. 

Wir sind demnach hundemüde und sehnen uns schon jetzt nach dem Wochenende! Bis bald 🙂

Hoch die Hände, Wochenende!

​Nach einer doch recht anstrengenden Schulwoche sind Moritz, Inga, Janine, Maike und ich letzten Freitag mit dem Schulbus nach Phnom Penh gefahren, um uns dort das Wochenende über ein wenig zu entspannen, die Stadt zu besichtigen und Spaß zu haben! 🙂

Übernachtet haben wir im „Sla Boutique Hostel“, dass in der Nähe des Königspalastes liegt und wir jedem Besucher für einen Kurzaufenthalt weiterempfehlen würden!

Freitag Abend aßen wir in einem kleinen türkischen Restaurant und trafen uns anschließend mit den Engländerinnen, um ihren letzten Abend gemeinsam zu verbringen. Von einer gemütlichen Rooftop-Bar ging es also in einen nahegelegenen Club, wo die ganze Nacht getanzt und gefeiert wurde. 

Am nächsten Tag haben wir zwar spät, aber unglaublich lecker gefrühstückt: Toast mit baked beans, Hush brown, Müsli mit frischem Obst und Pancakes mit karamelisierten Bananen und Vanilleeis. Yammie! Anschließend sind wir trotz der Hitze zu Fuß zum sogenannten „Wat Phnom“ spaziert. Dieser ist der wohl bekannteste Tempel in Phnom Penh, der auf einem 27 Meter hohen, künstlich angelegten Hügel errichtet wurde. Den Tempel und die dazugehörige Parkanlage haben wir uns angeschaut und wurden dabei spontan von einem kräftigen Regenschauer überrascht – macht aber nichts, denn aufgrund der hohen Temperaturen sind wir und auch die Wege innerhalb von wenigen Minuten wieder trocken!

Ein Gruppenfoto vor den Treppen, die zum Wat Phnom führen.
Hier lässt sich der Regen auf dem Boden noch erkennen. Schwupsdiwups, ist jedoch alles wieder trocken!

Entspannt wurde kurz danach nochmal am Fluss, mit einer kalten Dose Cola oder Seven-Up für jeden von uns. Dort lässt sich gemütlich den Anglern zusehen und die Touristen auf den Schiffen mit einem Winken beglücken. 👋

Direkt gegenüber befindet sich der recht bekannte „Nightmarket“, auf dem wir zu Abend gegessen haben und ein bisschen durch die Kleidungs- und Accessoiresstände geschlendert sind. Von frischen Fruchtsäften, gebratenem Reis, Gemüse und Obst, bis hin zu Grillen, Huhn und Tofu ist hier alles zu finden.

Einer von vielen Essensständen auf dem Nachtmarkt.

Den Sonntag nutzten wir, um uns Phnom Penh’s Hauptmarkt anzusehen, wo sich jeder von uns einen großen neuen Backpack kaufte. Moritz hat sich getraut, zu einem kambodschanischen Frisör zu gehen und war danach sogar viel zufriedener als erwartet. Die meisten „Frisörläden“ bestehen hier aus nicht mehr, als einem Stuhl am Strassenrand und einem einfachen Spiegel. Moritz‘ Frisör war verhältnismässig schon recht gut ausgestattet 😉 

Danach haben wir noch das Stadion besichtigt, dass für jeden frei zugänglich ist und wo sich jeden Tag viele hundert Menschen treffen, um gemeinsam Sport zu machen.

Den letzten Abend haben wir dann im Kino, mit je einer großen Tüte Popcorn, ausklingen lassen. Ein Kinobesuch kostet hier nur 2.80 €, das kann man sich also nicht entgehen lassen. 

Wir freuen uns schon auf das nächste Wochenende, gehen jetzt aber schnell schlafen, um fit für den morgigen Schultag zu sein. 🙂

Liebe Grüße an euch alle und danke fürs Lesen. Bis bald!

​Chambok & Kirirom Nationalpark

Dieses Wochenende haben wir auf eigene Faust unseren ersten größeren Ausflug gemacht. Recht spontan und ohne gebuchte Unterkunft ging es mit einem Van dreieinhalb Stunden Richtung Südwesten in die Gemeinde Chambok. 

Der Gemeinde gehören neun kleine Dörfer an, die ein hervorragendes Ökotourismus-System führen. Da Regenzeit und somit low season ist, waren wir jedoch die einzigen Besucher. Angekommen in dem kleinen Touristen-bereich der Gemeinde, wurde für uns gekocht und wir haben von einem der Bewohner Informationen über das Projekt und die Gegend erhalten. Gestärkt und gut gelaunt sind wir daraufhin losgezogen und einige Kilometer bergauf im Kambodschanischen Urwald gewandert, bis wir unser erstes Ziel erreicht haben:

Dieser Wasserfall ist 40 Meter hoch und das Wasser prallt mit gewaltiger Kraft auf die großen Felsen. Abenteuerlustig wie wir sind, haben uns die glitschigen Steine jedoch nicht zurückgehalten,  so nah wie möglich an den Wasserfall heranzuklettern. Letztenendes waren wir zwar klitschnass, aber hatten unglaublich viel Spaß und konnten die schöne Natur vorallem deshalb genießen, weil wir ganz alleine dort waren. 

Schon etwas erschöpft ging es anschließend weiter zu einem kleineren Wasserfall, in dem man auch schwimmen gehen konnten. Ausnahmensweise sogar mit Bikini! 👙

Dort haben wir uns nochmal abgekühlt, bevor wir den doch recht langen Weg durch den Wald wieder zurückliefen. 
Nach einem leckeren Abendessen (leider wieder Reis!), wurden wir dann in unser „Homestay“ gebracht. Hier durften wir für 4 Dollar in dem Haus einer einheimischen Familie übernachten.

Uns hat es in der durch und durch ländlichen Gegend und in unserem gemütlichen Zimmer wirklich gut gefallen. Der Ausflug hat sich gelohnt! 🙂

Nach einer erholsamen Nacht haben uns morgens um 5 alle Hähne der Nachbarschaft aus dem Bett gekräht. Duschen war dort nur bedingt möglich, was ihr auf diesem Foto des Badezimmers vermutlich nachvollziehen könnt:

Unser Fahrer hat uns dann von Chambok zum Kirirom Nationalpark gebracht, was sich als aufregender entpuppt hat, als anfangs vermutet. Die „Straßen“ sind unvorstellbar schlecht, weshalb wir mit unserem Van fast umgekippt sind. So schräg hat von uns noch nie jemand in einem Auto gesessen und auch unser Fahrer war mindestens so panisch wie wir 😁 Aber glücklicher Weise haben wir es doch heil überstanden und angekommen im Nationalpark erstmal gemeinsam ein Siegerfoto geschossen 👏

Nach der spannenden und langen Fahrt konnten wir dort dann etwas entspannen: schwimmen im See, die Aussicht genießen oder einfach in der Hängematte liegen und nichts tun. 

Es hat Spaß gemacht mit euch. Ich bin gespannt auf unser nächstes Abenteuer!

 Bis bald 💚

Alles Roger in Kambodscha ✔

Hallo an alle Mitlesenden!

Zwei Wochen bin ich jetzt hier, Phnom Penh wurde schon zum Teil erobert und meine ersten Schultage habe ich hinter mich gebracht. Alles in allem auch ziemlich erfolgreich!  🙂

Phnom Penh ist groß, chaotisch und spannend. Überall stehen Tuktuk-Fahrer, die dich von einem Ort an den nächsten bringen wollen und manches Mal braucht es viel Durchhaltevermögen, um sie abzuwimmeln. Auch die vielen Restaurant-Mitarbeiter kämpfen hart dafür, dass du dich für ihre Speisekarte entscheidest: aber all das macht das Straßenleben hier sehr aufregend. 

Phnom Penh ist für mich aber auch deshalb so interessant, weil man sehr gut sehen kann, wie hier arm auf reich zusammentrifft. Die Großstadt entwickelt sich stark, jedoch ist der Großteil der Bevölkerung immernoch sehr arm. Besonders gut kann man das beispielsweise auf diesem Foto erkennen: Auf der linken Seite scheint es, als ob die Häuserreihe bald zusammenbricht und man mag sich kaum vorstellen, dass darin noch Familien leben. Gegenüber hängen große Werbeplakate an neugebauten Hochhäusern mit westlichem Standard. 

Entwicklungsland Kambodscha..

Die meisten Einheimischen kaufen ihr Essen an den Marktständen, die überall zu finden sind. Von Vogelspinnen, Maden und Schlangen, über Oliven und eingelegte Gurke, bis hin zu gegrillten Maiskolben oder frittierten Bananen ist hier wirklich alles zu finden! 

Ich bin sehr froh Vegetarierin zu sein, da habe ich immer eine Ausrede, all die für mich ekligen Tierchen nicht probieren zu müssen! Aber euch möchte ich trotzdem einen kleinen Einblick in die Kostbarkeiten geben:

Ganz links oben könnt ihr Schlangen erkennen. Guten Appetit!

Das Youkhin-House, in dem wir in Phnom Penh übernachtet haben, ist ganz in der Nähe der Aeon-Mall. Dies ist die größte Mall Kambodschas und hier trifft man auf eine ganz andee Welt. Man könnte sagen: hier fühlt man sich fast wie Zuhause! Im Erdgeschoss befindet sich ein riesiger Supermarkt, in dem man auch alle westlichen Produkte kaufen kann. (Vorausgesetzt man hat genug Geld: ein großes Glas Nutella kostet 12 Dollar und 150 Gramm Gouda 4.50 Dollar, uff.) Ansonsten gibt es viele Restaurants, ein Kino (kostet hier nur 3Dollar pro Film) und viele verschiedenen weitere Geschäfte. Für  war jedoch nur eins wirklich wichtig: es gibt ne riesige Cola für 1 Dollar 🎉 Ausserdem haben wir die Aussicht vom Parkdeck sehr genossen:

So wie sich das gehört, haben wir natürlich auch ein wenig Sightseeing gemacht und den Royal Palace besichtigt, sowie alle Denkmäler und Parks die wir finden konnten.

Der Königspalast ist wirklich beeindruckend, die Gebäude und Gärten sind toll und sehr prunkvoll. Tipp: Es sind leider nur wenige der Gebäude von innen zu besichtigen, weshalb es sich im Nachhinein nicht wirklich gelohnt hat, einen Führer zu buchen. 

Eins der Gebäude des Königspalastes in PP.

Auch die Denkmäler sind sehr schön anzusehen. Am bekanntesten ist vermutlich „the monument of independence“, das in der Mitte eines Kreisels steht. Uns hat jedoch auch dieses hier sehr gut gefallen:

Mittlerweile sind wir wie erwähnt zurück in Tonle Bati und versuchen die Schulkinder unter unsere Kontrolle zu bekommen. Es macht Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Grundsätzlich ist hier alles unorganisiert und extrem chaotisch – hoffentlich gewöhnen wir uns noch daran 😉 

Über meinen Schulalltag erfahrt ihr nächstes Mal mehr. Aber wie ihr merkt ist im Großen und Ganzen bisher „alles Roger in Kambodscha“ ☺

Bis bald! 👋

Rising together from ashes

 

Guten Morgen aus Phnom Penh!

Heute möchte ich euch eine Dokumentation über meine Schule und meine Schulleiterin vorstellen. Maxie, eine der Freiwilligen des letzten Jahres, hat diesen Film selbst gedreht und meiner Meinung nach ist er ihr sehr gut gelungen.
Man bekommt einen Eindruck vom Schulalltag, der Entstehung unserer Schule und auch die für uns „wichtigen“ Personen werden zum Teil vorgestellt: beispielsweise meine Schulleiterin, unsere Hausmami „Grandma“ und unser Mann-für-alles Ryno.

Die Doku dauert eine Stunde, aber vielleicht hat der ein oder andere ja doch Lust sich einmal Zeit dafür zu nehmen und ein bisschen mehr zu erfahren 🙂


Morgen früh geht es wieder nach Tonle Bati, da die Schule nach den Sommerferien wieder beginnt. Aus diesem Grund nutzen wir heute unseren letzten Tag in Phnom Penh, um uns den Königspalast und das Unabhängigkeitsdenkmal anzusehen. 

Kamera ist eingepackt, von unserem Aufenthalt in der Hauptstadt berichte ich dann bald mehr!